Das DEMIS ist ein Projekt des Bundesministeriums für Gesundheit und wird federführend vom RKI (Robert-Koch-Institut) durchgeführt.

Mit dem Deutschen Elek­tro­nischen Melde- und Informa­tions­system für den Infektions­schutz (DEMIS) wird das existierende Melde­system für Infektions­krankheiten gemäß Infektions­schutz­gesetz (IfSG) weiter­ent­wickelt und verbessert.

Ins­be­son­dere wird – beginnend bei den Meldenden (Ärztinnen und Ärzte, Labore, andere) – eine durch­gängig elek­tro­nische Infor­mations­verar­bei­tung ermöglicht. Dadurch soll der Aufwand für die Meldenden und die zu­ständi­gen Behörden reduziert werden und Informa­tionen zu auftre­tenden Infektions­krankheiten können künftig schneller bei den Verantwort­lichen in den Gesundheits­ämtern, den zuständigen Landes­behörden und am RKI vorliegen. Weiterhin werden die Zusammen­arbeit der Beteiligten und der Daten­austausch zwischen ihnen besser unter­stützt, sodass auch große Infektions­ereignisse effektiver bearbeitet werden können.

Referenz: Homepage des RKI

Welche Schwachstellen des existierenden, papiergebundenen Meldesystems sollen durch DEMIS angegangen werden?

  • uneinheitliche Meldepraxis (Meldecompliance)
  • Medienbrüche innerhalb des Meldeprozesses 
  • unzureichende Flexibilität des Meldesystems
  • unzureichende Berücksichtigung von Sicherheitsaspekten
  • manueller Rechercheaufwand bei der Bestimmung des zuständigen Meldeempfängers 

Wie funktioniert DEMIS und die Systemarchitektur?

-- Variante 1: Die Melder greifen über einen Konnektor auf die TI zu. Die TI verbindet sich mit der DEMIS-Infrastruktur, die weitere Dienste bereitstellt (Prof. Melder:Niedergelassener Arzt).
 
-- Variante 2: Die Melder greifen über das Internet direkt (über einen Browser) auf die DEMIS-Infrastruktur zu, die weitere Dienste bereitstellt (Wenigmelder: Kindergarten).
 
-- Variante 3: Der ÖGD greift direkt auf die Verwaltungs-Infrastruktur zu (Vielmelder, z.B. RKI oder Labore)
Die DEMIS-Infrastruktur greift auf die "Deutschland Online Infrastruktur" zu, die die Infrastruktur der Verwaltung benutzt.
 
Am Ende laufen alle Meldungen beim Verteilungsdienst zusammen, der vollautomatisch zuständige Instanzen benachrichtigt. Folgende Abbildung (entnommen aus "Der Hygieneinspektor") zeigt die Systemarchitektur und das Zusammenspiel der meldenden und empfangenden Stellen.
demis infrastruktur

 

See also

  • ePA
    Elektronische Patientenakten

    Es gibt zwei Arten von ihnen: Die einrichtungsinterne und die einrichtungsübergreifende. Ich gehe hier auf die Eigenschaften, ihre Ziele sowie Vor- und Nachteile von ihnen ein.

  • epsos
    Vernetzte Infrastrukturen am Beispiel epSOS

    Das epSOS (Smart Open Services for European Patients) ist ein EU-Projekt das zeigt, wie technische EU-Vernetzungsprojekte - auch in anderen Bereichen AUßERHALB des Gesundheitswesens - funktionieren.

  • Elektronische Verordnung (eRezept)

    Die elektronische Verordnung ist eine Pflichtanwendung der TI (Telematik-Infrastruktur) und bietet einige medizinische Vorteile.

Cookies make it easier for us to provide you with our services. With the usage of our services you permit us to use cookies.
Ok