OpenMediaVault
Quelle: Eigene Darstellung

Ein Raspberry Pi eignet sich hervorragend, um einen Dateiserver (NAS) zu betreiben - es ist klein, stromsparend und einfach zu konfigurieren. Die Software openMediaVault (OVM) gibt es entweder als vorkonfigurierte Debian-Distribution, oder es lässt sich separat auf einem bestehenden Betriebssystem installieren, um mehrere Services parallel zu betreiben (z.B. einen Apache-Dienst auf einem SmartMirror).

 

 

Dieses Tutorial wurde mit folgenden Voraussetzungen erstellt:

  1. Raspberry Pi Model 3 B
  2. Raspbian Jessie
  3. OpenMediaVault

Wichtiger Hinweis
Während der Installation wird der SSH-Zugriff für den Standard-Benutzer pi deaktiviert. Das heißt, falls das Terminalfenster vor Ende der erfolgreichen Installation von openMediaVault geschlossen wird, besteht keine Möglichkeit einer Einflussnahme mehr. Der SSH-Zugriff kann jedoch danach über die OMV-Gui erneut gewährt werden.

Falls zuvor ein Apache-Dienst gestartet wurde, sollte er vor dem Beginn der Installation mit sudo service apache2 stop beendet werden. Der Hintergrund ist, dass openMediaVault einen nginx-Webserver installiert, der genau wie der Apache-Webserver standardmäßig den Port 80 beansprucht. Falls zu Beginn nicht daran gedacht wurde, kann während der Installation das zweite Shell-Skript erneut ausgeführt werden.

Erstellen der Shell-Skripte

Wir befinden uns ja bereits auf einer lauffähigen Distribution. Die erforderlichen Installationsdateien müssen folglich nachgeladen werden, was über definierte Befehle geschieht.

Hierzu müssen zwei Shell-Skript (z.B. mit sudo nano script1.sh) angelegt werden. Dieser Inhalt wird in den Text-Editor kopiert und gespeichert:

cat <<EOF >> /etc/apt/sources.list.d/openmediavault.list
deb http://packages.openmediavault.org/public erasmus main
# deb http://downloads.sourceforge.net/project/openmediavault/packages erasmus main
## Uncomment the following line to add software from the proposed repository.
# deb http://packages.openmediavault.org/public erasmus-proposed main
# deb http://downloads.sourceforge.net/project/openmediavault/packages erasmus-proposed main
## This software is not part of OpenMediaVault, but is offered by third-party
## developers as a service to OpenMediaVault users.
# deb http://packages.openmediavault.org/public erasmus partner
# deb http://downloads.sourceforge.net/project/openmediavault/packages erasmus partner
EOF

Die folgenden Zeilen müssen in ein zweites Shell-Skript (sudo nano script2.sh) kopiert werden:

export LANG=C
export DEBIAN_FRONTEND=noninteractive
export APT_LISTCHANGES_FRONTEND=none
apt-get update
apt-get upgrade
apt-get --allow-unauthenticated install openmediavault-keyring
apt-get update
apt-get --yes --force-yes --auto-remove --show-upgraded \
    --no-install-recommends \
    --option Dpkg::Options::="--force-confdef" \
    --option DPkg::Options::="--force-confold" \
    install postfix openmediavault
# Initialize the system and database.
dpkg-reconfigure openmediavault
omv-initsystem

Damit die beiden Skrpte ausgeführt werden können, sind mit chmod +x script1.sh und chmod +x script2.sh besondere Rechte zu setzen.

Mittels sudo ./script1.sh und anschließend sudo ./script2.sh werden das OVM-Repository zu den Quellen hinzugefügt, abhängige Pakete installiert und die Software OVM initialisiert.

Einloggen ins Webinterface

Der Standardport ist wie beschrieben der Port 80. Die OMV-Gui ist beispielsweise zu erreichen unter:

http://192.168.0.99:80

Die Standard-Login-Daten lauten:

User: admin

Kennwort: openmediavault

Ändern des Standardports

Für den Fall, dass verschiedene Web-Auftritte auf dem Raspberry gehostet werden sollen, kann ganz einfach unter System > General Settings ein alternativer Port festgelegt werden:

ovm portIn der OMV-Gui kann der Standardport von Port 80 auf einen beliebigen Port geändert werden, beispielsweise Port 1893.

Danach kann ein Apache-Dienst (falls vorhanden) mit sudo service apache2 start wieder gestartet werden: Beide Webserver (Apache und nginx) laufen nun parallel auf verschiedenen Ports.

Anlegen von Benutzern und Vergabe von Rechten

Wie bereits oben im Artikel beschrieben, wird durch die Installation von OVM der SSH-Zugang für den Standard-User pi deaktiviert.

Generell empfiehlt es sich, verschiedene Benutzer für verschiedene Zwecke anzulegen, um die Sicherheit im System zu erhöhen.

In der OMV-Gui unter Access Rights Management > User können neue Benutzer angelegt und mit Rechten ausgestattet werden.

Hier kann dem bereits vorhandenen Benutzer pi das SSH-Recht über die Gruppe SSH wieder gewährt werden.

Weitere Konfiguration

Das Anbinden und Mounten von externen Speichermedien wie USB-Festplatten und USB-Sticks oder das Einrichten von SMB-Freigaben ist in [3] anschaulich erklärt.

Quellen

[1] triplustutorials.be

[2] openmediavault.org

[3] thepi.io

Siehe auch

  • JavaFX
    JavaFX und Raspbian OS

    Seit der Version 8u33 der ARM-Version von Oracle gibt es keinen Support mehr für JavaFX-Anwendungen out-of-the-box. Die offizielle Meldung dazu findet sich hier. Aus diesem Grund benötigt ein Raspberry-System eine manuelle Erweiterung. Die Voraussetzung dafür ist ein aktuelles installiertes JDK von Oracle auf dem Raspberry-System (siehe dieser Wiki-Artikel).

  • Das Raspberry Pi 3 (Eigene Darstellung)
    Raspbian Stretch: Installation und Konfiguration

    Voraussetzung für die Nutzung des Raspberry Pi 3 ist eine ausreichend große microSD-Karte. Für die meisten Anwendungen reichen 8GB aus, mit 16 bzw. 32GB wird der Platz sicherlich nicht knapp. In diesem Artikel wird die Raspbian-Version Stretch verwendet.

  • Raspberry Pi 3 (Quelle: Eigene Darstellung)
    Raspbian: Konfiguration des Bootvorgangs

    Der Startvorgang des Raspberry Pi generiert üblicherweise viele Konsolenausgaben, die dem Endanwender beispielsweise durch ein eigenes Logo, das diese überdeckt, größtenteils vorenthalten werden können.

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